Trotz mehr als hundertjähriger Tradition in den USA und selbstverständlicher Zugehörigkeit zur Alltagskultur in Frankreich, Belgien, Italien und Spanien sind Comics in Deutschland nie richtig angekommen. Auffällig ist allerdings, dass die abwechselnd verpönten dann wieder vom Feuilleton als 9. Kunst hofierten Comicpublikationen seit ein paar Jahren vermehrt unter dem Label Graphic Novelverlegt werden. Es ist an der Zeit, die Defintion des Begriffs „Graphic Novel“ nicht mehr nur den Verlagen (also dem Markt) und dem Feuilleton (welches bei der aktuellen Begriffsbestimmung Hand in Hand mit den Verlagen geht) zu überlassen. Es kommen diejenigen zu Wort, bei denen die visuelle und erzählerische Kompetenzliegt, nämlich die Macher – Künstler, Zeichner, Autoren und Dozenten – die sich in der Praxis aber auch Theorie mit narrativen Formen der Bild- und Bild-Text-Zusammenhänge auseinandersetzen.